Personal-Suche: Neuer Weg in den Pflegeberuf
Menschen mit Migrationshintergrund, die sich für den Pflegeberuf qualifiziert haben - oder dafür begeistern - können jetzt einfacher angesprochen werden.
Durch eine Förderung des Landes Schleswig Holstein und die Kooperation mit der Gemeindediakonie Lübeck kann die Diakonie Nord Nord Ost jetzt gezielt auf Menschen mit Migrationshintergrund zugehen – und diejenigen unter ihnen finden, die für den Pflegeberuf qualifiziert sind oder sich dafür begeistern.
Die Fachkräftegewinnung in der Pflege bleibt herausfordernd – deshalb nutzt die Diakonie Nord Nord Ost vielfältige Wege, um neue Mitarbeitende für diesen Bereich zu gewinnen. „Abgesehen von der Personalsuche vor Ort in Holstein und Mecklenburg rekrutieren wir seit Jahren qualifizierte Pflegekräfte aus dem Ausland und helfen ihnen dabei, hier bei uns in Norddeutschland beruflich und privat Fuß zu fassen“, sagt Doreen Boniakowsky, Geschäftsbereichsleiterin Pflege. „Dabei stellte sich für uns schon seit längerer Zeit die Frage, wie wir auch unter den Menschen, die aus anderen Ländern nach Deutschland geflüchtet und hier bereits angekommen sind, Interessierte finden, die bei uns in der Pflege arbeiten können oder möchten.“
Das Problem war bisher, die entsprechenden Menschen zu erreichen und gezielt ansprechen zu können. Durch das neue Projekt DiaLOG mit dem Diakonie-Landesverband Schleswig-Holstein und der Gemeindediakonie Lübeck, die in der Hansestadt für die Migrationsberatung zuständig ist und unter anderem Menschen in verschiedenen Unterkünften begleitet sowie Sprachkurse vermittelt, wird das jetzt möglich.
"Die Gemeindediakonie stellt die Kontakte her und wir als Diakonie Nord Nord Ost bieten dann Informationsveranstaltungen sowie persönliche Beratung zum Pflegeberuf in Deutschland an", so Doreen Boniakowsky. Wer sich dann konkret für einen beruflichen Einstieg in diesen Bereich interessiert, nimmt an einem "Assessment"-Verfahren zur Eignung und Motivation teil.
"Wer abschließend Teil des Projekts wird, erhält Praktikumsmöglichkeiten, Schulungen und sozialpädagogische Unterstützung", so die Geschäftsbereichsleiterin. Ein Teil der Praktika und Schulungen wird innerhalb der Diakonie Nord Nord Ost stattfinden, andere bei Kooperationspartnern aus dem Pflege-Bereich. "Wir rechnen mit so vielen Interessenten, dass wir zusätzlich zu unseren laufenden Ausbildungen und Praktika nicht alle bei uns unterbringen können." Finanziert wird das Projekt vom Land Schleswig-Holstein, 906.000 Euro stehen zur Verfügung. Es soll zunächst zwei Jahre lang laufen.
Interessierte Menschen mit Migrationshintergrund können sich ab sofort unter dialog-pflege@diakonie-sh.de melden.