Zurück ins Leben: 25 Jahre psychosoziale Wohneinrichtung

Diakonie Nord Nord Ost bietet in Bad Doberan Menschen mit psychischen Erkrankungen ein Zuhause.

Seit 25 Jahren begleitet die Diakonie Nord Nord Ost in Mecklenburg Menschen mit psychischen Erkrankungen in einer Wohneinrichtung in Bad Doberan. Die seelischen Beeinträchtigungen der zwölf Bewohner*innen reichen von Schizophrenie über Depressionen bis hin zu Borderline-Erkrankungen. Ein Team unter anderem aus Heilerziehungspfleger*innen, Erzieher*innen und Pflegekräften unterstützt sie auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit, Teilhabe und Lebensqualität. Kurzum: auf dem Weg zurück ins Leben. 

Am Dienstag, 25. August 2026, kamen die Bewohner*innen, Verantwortliche aus der Diakonie Nord Nord Ost sowie Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung zusammen, um das 25-jährige Jubiläum zu feiern. „Menschen mit psychischen Belastungen einen Ort bieten, an dem sie Unterstützung finden, sich entwickeln können und an dem sie gesehen werden – das war, ist und bleibt die Idee der Wohneinrichtung“, sagte Kirsten Balzer, Geschäftsführerin der Diakonie Nord Nord Ost. „Wir leben in einer Zeit, in der psychische Gesundheit zunehmend in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Aufmerksamkeit rückt. Wir wissen: Jeder Mensch braucht Zugehörigkeit, Sicherheit und Menschen, die an ihn glauben. Genau das geschieht hier jeden Tag.“ Ihr Dank richtete sich an die Mitarbeitenden vor Ort – und an die Bewohner*innen: „Sie füllen diesen Ort mit Leben und zeigen uns immer wieder, wie viel Kraft, Mut und Lebenswille in jedem Menschen steckt“, so Kirsten Balzer.

„Seit 25 Jahren bietet die psychosoziale Wohneinrichtung Menschen mit psychischen Problemen einen sicheren Hafen zur seelischen Stabilisierung und Neuorientierung. Dafür gilt der Diakonie Nord Nord Ost ein großer Dank der Landesregierung“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport, Sylvia Grimm in ihrem Grußwort. Grimm hob die damals neue Art der Wohnform für Menschen mit psychischen Erkrankungen als „bahnbrechend und richtungsweisend“ hervor. „Eigene Eingänge und kleine Einheiten schaffen Privatsphäre und sind das Fundament, um nach psychischen Krisen wieder das nötige Selbstvertrauen für eine Rückkehr in die Gesellschaft aufbauen zu können. Ich weiß: jeder Schritt zur Selbstständigkeit erfordert Mut und Engagement. Vielen Dank, dass Sie diesen Mut und dieses Engagement seit 25 Jahren aufbringen und damit einen wichtigen Beitrag für Inklusion und Teilhabe leisten“, so Grimm.

Die psychosoziale Wohneinrichtung setzt sich aus drei Häusern zusammen, in denen die Bewohner*innen in einem familiären Rahmen in Einzelzimmern leben – und von den Mitarbeitenden in ihrer Tagesstruktur begleitet werden. In den Wohngemeinschaften kochen die Bewohner*innen gemeinsam, machen die Wäsche und all das, was Teil eines jeden Alltags ist. „Wir begegnen ihnen auf Augenhöhe und unterstützen sie dabei, selbst Verantwortung zu übernehmen und dadurch Selbstvertrauen aufzubauen“, so Teamleiter Roland Kul. Das ermögliche einigen, später in eine eigene Wohnung ziehen zu können. Gleichzeitig sei dieser Schritt aufgrund der teils schweren Erkrankungen aber nicht immer für jede oder jeden möglich. „Entscheidend ist zunächst, dass sich die Menschen hier wohlfühlen und das Leben in der Wohneinrichtung mitgestalten. Schließlich ist es ihr Zuhause“, so Roland Kul weiter.

Das gilt unter anderem für Thomas Wagner. „Ich fühle mich wohl hier und freue mich über das Engagement der Betreuer, die uns immer unterstützen“, erzählt der Bewohner der Wohneinrichtung. „Selbstständig, aber nicht allein sein – das ist unser Motto.“

Das Alter der Bewohner*innen variiert von Mitte 30 bis über 70 Jahre. „Einige leben schon viele Jahre bei uns“, berichtet Roland Kul. „Zuletzt ist ein neuer Bewohner im Frühjahr eingezogen.“ Sein Weg ist beispielhaft: Der 51-Jährige wurde zuvor in der Geschlossenen Wohneinrichtung der Diakonie Nord Nord Ost in Neubukow betreut. In der Wohneinrichtung in Bad Doberan soll nun sein nächster Schritt in ein selbstbewussteres und eigenständigeres Leben beginnen.    

Auch außerhalb der Wohneinrichtung ist eine feste Tagesstruktur wichtig: Ein Großteil der  Bewohner*innen besucht werktags die Tagesgruppe „De Bark“ der Diakonie Nord Nord Ost. Dort finden sie weitere Unterstützung – beispielsweise durch kreatives Gestalten, sportliche Aktivitäten oder auch pädagogische Begleitung. Andere Bewohner*innen sind in der Bad Doberaner Suppenküche beschäftigt, wieder andere nehmen tagsüber Angebote in der Wohneinrichtung in Anspruch. 

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Bewohner wie Thomas Wagner standen im Mittelpunkt des 25-Jährigen der Wohneinrichtung. Er tauschte sich mit Jana Taschenbrecker (Geschäftsbereichsleitung Diakonie Nord Nord Ost), Kirsten Balzer (Geschäftsführerin Diakonie Nord Nord Ost), Sylvia Grimm (Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport) und Anna Lena Gohr (Abteilungsleitung Diakonie Nord Nord Ost) (v. li. n. re.).